Spruch

"Gott ist tot, sagte Nietzsche. Lasst ihn uns reanimieren, sage ich."
(Christoph Müller)

(Bild: ChatGPT)

Ein Plädoyer für die Verwendung des Gottesbegriffs

Ethik als Unterrichtsfach ging aus dem Religionsunterricht hervor, dabei wurde die Thematik um Gott reduziert. Was blieb, ist Wissensvermittlung, dabei spielen Geschichte und Handlungsempfehlungen eine Rolle. Was dem auf diese Weise Gelehrten weniger geboten wird:
  1. eine nachhaltig wirksame Motivation, die Handlungsempfehlungen auch zu befolgen,
  2. die Befriedigung der Sicherheitsbedürfnisse der Menschen.
In der Folge gedeihen Ersatzreligionen und Ideologien.

"Kants kategorischer Imperativ bewirkt wenig, weil ihm die emotionale Kraft fehlt."
(Michael von Brück)

Mein Lösungsansatzes wäre die Wiederbelebung des Gottesbegriffs, verbunden mit einer angemessenen Beherzigung des zweiten Gebots:

"Du sollst dir kein Gottesbild machen!"
(2. Mose 20,4)

Erläuterungen (bei Interesse aufklappen)
Ein nicht konkretisiertes Gottesbild bietet wenig Angriffsfläche für Ablehnung durch andere und trotzdem Identifikationsmöglichkeit mit Potenzial zum motivierten Handeln.

Vorteil der Verwendung des Begriffs „Gott“: Wir können ein und denselben Begriff benutzen, egal an welchem Punkt der Skala „bildhaft bis abstrakt“ wir unsere Vorstellung einordnen. Wie erreichen wir das? Auch ich spüre die konditionierte Hemmung, den Begriff „Gott“ zu verwenden. Mein Vorschlag: Erinnern wir uns einfach an andere Lebensbereiche, an denen wir ebenfalls Hemmungen überwunden haben - zu unserem Vorteil! 😉

Noch ein paar Worte zum Ersatzbegriff "Universum": Freunde von mir sagen, dass sie positive Erfahrungen damit gemacht haben, den Begriff "Gott" vollständig durch "Universum" zu ersetzen. Solche Erfahrungen zählen selbstverständlich, aber ich entscheide mich trotzdem anders. Hintergrund: Wie der Buchtitel "Bestellungen beim Universum" vielleicht schon vermuten lässt, reiht sich dies für mich zu sehr in unser Verbraucherideal ein: Ich habe Wünsche, und andere sind dafür da, mir diese Wünsche zu erfüllen. Ich halte es da mehr mit Erich Kästner:

"Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es."
(Erich Kästner)

--- Ende der Erläuterungen ---

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